Asset Management ist bei Netzbetreibern bereits seit vielen Jahren ein bekanntes Konzept. Teilweise gibt es separate Abteilungen, die für das Asset Management verantwortlich sind. In anderen Industrieunternehmen sind der Begriff und das dahinterliegende Konzept des Asset Managements jedoch eher unbekannt. Ob dies an der Industrie liegt und wie die Instandhaltung vom Asset Management profitieren kann, wird im Folgenden aufgezeigt.
Definition von Asset Management
Allgemein ist Asset Management definiert als koordinierte Aktivitäten einer Organisation, um mit Hilfe von Assets Werte zu schaffen. Damit ist Asset Management für alle Industrieunternehmen von Bedeutung und nicht ausschließlich für Netzbetreiber.
Die Instandhaltung ist aus Sicht des Asset Managements eine der Kernunternehmensfunktionen. Denn erst durch die Bereitstellung technischer Anlagenverfügbarkeiten kann das Unternehmen, mit seinen Anlagen Produkte produzieren und somit Werte schaffen.
Bedeutung Asset Management für Instandhalter
Doch warum ist Asset Management auch für die Instandhaltung von Bedeutung?
Mittels des Asset Management werden relevante Leitplanken für die Instandhaltung direkt aus den Unternehmenszielen abgeleitet. Basis ist hierfür der strategische Asset Management Plan (SAMP). In dem SAMP wird beschrieben, wie das Asset Management die Erreichung der Unternehmensziele unterstützt und inwiefern die Instandhaltung dabei unterstützt. Einige der Leitplanken, die sich somit aus dem Asset Management ergeben und die direkten Einfluß auf die Instandhaltung haben, sind:
- Lebensdauerende einer Anlage
- Erweiterung des Anlagenparks
- Technologiewechsel
Aus diesen 3 Leitplanken leiten sich ganz konkrete Handlungsaufforderungen für die Instandhaltung ab, wie z.B.:
- Überprüfung der Instandhaltungsstrategie
- Überprüfung der Ersatzteilbestände
- Überprüfung der Personalstruktur
- Überprüfung der Qualifikationsanforderungen
- Überprüfung des Instandhaltungsbudgets
- ……
Es ist leicht ersichtlich, dass diese Liste nicht abschließend ist, sondern noch um eine Vielzahl an weiteren Aktivitäten zu ergänzen ist. Um hierbei keine Punkte zu vergessen und auch sicherzustellen, dass die notwendigen Maßnahmen effizient umgesetzt werden, ist es zweckmäßig, im Unternehmen ein Asset Management System aufzubauen. Mit diesem Asset Management System wird sichergestellt, dass klare Strukturen, Prozesse und Best Practices im Unternehmen verankert sind, um so die Wertschöpfung aus dem Anlagenbetrieb zu maximieren. Weitere Vorteile sind in diesem Blog-Artikel beschrieben.
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FAQ
Hier erhalten Sie einen schnellen Überblick über das Wesentliche:
Asset Management (AM) ist ein über die bloße Instandhaltung hinausgehendes Konzept. Allgemein definiert es koordinierte Aktivitäten einer Organisation, um mithilfe ihrer physischen Vermögenswerte (Assets) Werte zu schaffen. Es geht darum, den Lebenszyklus eines Assets – von der Planung über Betrieb bis zur Entsorgung – strategisch zu managen und sicherzustellen, dass die Anlagen optimal genutzt werden, um die übergeordneten Unternehmensziele zu erreichen. Das Konzept ist daher für alle Industrieunternehmen relevant, nicht nur für Netzbetreiber.
Für Instandhaltungsabteilungen bietet Asset Management einen strategischen Rahmen. Über den strategischen Asset Management Plan werden Unternehmensziele in konkrete Instandhaltungsmaßnahmen „übersetzt“. Weitere Vorteile liegen u. a. in abgestimmten Entscheidungsregeln, einer stärkeren Kundenorientierung, eindeutig festgelegten Rollen und Verantwortlichkeiten, mehr Transparenz, etc.
Der Strategische Asset Management Plan (SAMP) ist das strategisch-dokumentarische Instrument, in dem beschrieben wird, wie das Unternehmen die Unternehmensziele mithilfe seiner Assets erreicht. Er liefert die Leitplanken (z.B. „Wir müssen den Anlagenpark erweitern“). Ein Asset Management Plan beschreibt den operativen Rahmen – welche Maßnahmen, Ressourcen und Zeitrahmen für ein Asset benötigt werden, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Der SAMP als auch der Asset Management Plan sind dokumentierte Informationen gemäß der DIN ISO 55000.

