Alle Industrieunternehmen haben eine Instandhaltungsstrategie für ihre technischen Anlagen festgelegt. Teilweise ist diese abgeleitet aus den Vorgaben der Hersteller, teilweise wird diese punktuell und unregelmäßig angepasst. Auslöser ist hierbei meist eine erhöhte Ausfallrate der technischen Anlage. Diese beiden kurz skizzierten Vorgehensweisen können richtig sein. Jedoch ist so, eine optimale Instandhaltungsstrategie nur schwerlich zu erreichen. Ein Lösungsansatz wird im folgenden dargestellt.
Diese Effekte beeinflussen das Anlagenverhalten
Lassen Sie uns zunächst einen Schritt zurücktreten und hinterfragen warum die beiden eingangs skizzierten Vorgehensweisen zur Ableitung der Instandhaltungsstrategie wahrscheinlich nicht optimal sind. Hierbei sind die folgenden 2 Effekte maßgeblich:
- Technische Anlagen unterliegen während der Betriebsphase der Alterung, dem Verschleiß, der Korrosion und weiterer Effekte, die sich negativ auf den Abnutzungsvorrat der Anlage auswirken.
- Zusätzlich ändern sich teilweise auch die Rahmenbedingungen unter denen die technische Anlage betrieben wird. Dies können z.B. geänderte Anforderungen an die zur Verfügung zu stellende technische Anlagenverfügbarkeit sein, eine andere Fahrweise der Anlage, andere Produkte, die auf der Anlage produziert werden sollen.
Um nun den beiden Effekten besser Rechnung zu tragen, ist es empfehlenswert, regelmäßig die aktuelle Instandhaltungsstrategie zu hinterfragen. Bei den in der Einleitung kurz beschriebenen Vorgehensweisen zur Ableitung der Instandhaltungsstrategie, ergeben sich jedoch folgende Nachteile:
- Im ersten Fall (Übernahme der Wartungs- und Inspektionspläne gem. Herstellervorgabe) kann davon ausgegangen werden, dass die spezifischen Einsatzbedingungen ihrer Anlagen in den Wartungs- und Inspektionsplänen nicht berücksichtigt werden können und die Pläne eher für eine Neuanlage während der Garantiezeit optimiert sind. Somit besteht das Risiko, gerade bei älteren Anlagen, nicht die optimale Instandhaltungsstrategie umzusetzen.
- Im zweiten Fall erfolgt die Anpassung der Instandhaltungsstrategie immer erst zeitverzögert – also erst, wenn z.B. die geforderte technische Anlagenverfügbarkeit nicht erreicht wird oder größere Schäden eingetreten sind. Erhöhte Kosten und eine verringerte Lieferfähigkeit der Produktion können mögliche Folgen davon sein.
Vorteile einer regelmäßigen Überprüfung der Instandhaltungsstrategie
Eine regelmäßige Überprüfung der Instandhaltungsstrategie ist also zweckmäßig. Dies führt z.B. zu verbesserten technischen Anlagenverfügbarkeiten, reduzierten Instandhaltungskosten und hat ebenso positive Effekte auf die Produktion. Zusätzlich profitiert die Instandhaltung in vielen Fällen von einer meist stärker prädiktiv orientierten Instandhaltung und somit mehr Planbarkeit und „Ruhe“ im Tagesgeschäft. Somit ist die Auswahl der „richtigen“ Instandhaltungsstrategie für Unternehmen von entscheidender Bedeutung
Vorgehensweise zur Überprüfung der aktuellen Instandhaltungsstrategie
Um jedoch den Aufwand bei der Überprüfung der Instandhaltungsstrategie im Rahmen zu halten, ist es empfehlenswert, eine methodische Vorgehensweise zu nutzen. Eine mögliche Vorgehensweise, die Sie zur Ableitung und regelmäßigen Überprüfung der Instandhaltungsstrategie nutzen können ist Reliability Centered Maintenance (RCM). Die Umsetzung von RCM erfolgt in 7 Schritten. Dabei sind nacheinander diese Fragen zu beantworten:
- Welche Funktion erfüllt die technische Anlage?
- In welcher Weise kann die technische Anlage dabei gestört sein?
- Wodurch wird die Störung verursacht?
- Was passiert, wenn die Störung auftritt?
- Wie gravierend wirkt sich die Störung aus?
- Kann die Störung vorhergesagt werden?
- Was ist zu tun, wenn die Störung nicht vorhergesagt werden kann?
Empfehlenswert ist es, mindestens 1x jährlich die aktuelle Instandhaltungsstrategie kritisch zu hinterfragen. Um jedoch den Aufwand zu minimieren und den Nutzen zu maximieren, sollten insbesondere folgende technische Anlagen zunächst im Fokus liegen:
- Kritische technischen Anlagen (Engpaßanlagen)
- Technische Anlagen mit stark geänderten Einsatzbedingungen
- Technische Anlagen mit über die Zeit steigenden Ausfallhäufigkeiten
Unser Zusatztipp
Wenn Sie von den Vorteilen einer passenden Instandhaltungsstrategie profitieren wollen, dann senden Sie uns eine kurze Nachricht für ein kostenloses Strategiegespräch. Wir melden uns bei Ihnen. Hier Strategiegespräch sichern.
FAQ
Hier erhalten Sie einen schnellen Überblick über das Wesentliche:
Die meisten Unternehmen legen ihre Strategien entweder nach Herstellerangaben fest oder passen sie erst unregelmäßig und nur in Reaktion auf erhöhte Ausfälle an. Das Hauptproblem ist, dass diese Ansätze nicht die komplexen Realitäten des Betriebs berücksichtigen: Technische Anlagen altern (Verschleiß, Korrosion) und gleichzeitig ändern sich die Rahmenbedingungen (z. B. andere Produktionsprodukte oder höhere Verfügbarkeitsanforderungen). Wer nur auf Fehler reagiert, zahlt meist teure Folgekosten, während Herstellerpläne oft für Ideal- oder Neuanlagen optimiert sind und nicht auf spezifischen, realen Einsatzbedingungen basieren.
Es wird die Methode Reliability Centered Maintenance (RCM) empfohlen. RCM ist ein strukturierter 7-Schritte-Prozess zur kritischen Überprüfung der Anlagefunktionen und -risiken. Statt nur zu warten, folgt man einem systematischen Fragenkatalog, der fragt: Welche Funktion hat die Anlage? Welche Fehler kann es geben? Was passiert bei dem Fehler? Kann er vorhergesagt werden? Durch diese tiefgehende Analyse wird ein präziser Plan erstellt, der den Fokus auf kritische Funktionen legt.
Die regelmäßige Überprüfung ist für alle Unternehmen empfehlenswert (ideal: mindestens einmal jährlich und bei größeren Änderungen/Ereignissen). Verantwortlich für die regelmäßige Anpassung der Instandhaltungsstrategie ist meist die Instandhaltungsabteilung.
Die Vorteile sind vielfältig: gesteigerte technische Verfügbarkeit, reduzierte Kosten und mehr Planbarkeit im Tagesgeschäft.

