Wie 7R+ in der Instandhaltung hilft

Ein wichtiger Aspekt in der Instandhaltung ist die Ersatzteilbewirtschaftung. Wesentlich ist dabei, eine hohe Auftragserfüllungsquote zu minimalen Bestandskosten zu erreichen. Hierbei gilt es, die aus der Logistik bekannten Regeln für die Lagerwirtschaft von Produktionsgüter an die besonderen Rahmenbedingungen der Ersatzteilbewirtschaftung anzupassen. Ausgangspunkt bildet somit die 7R+-Regel.

Was ist 7R+?

7R+ ist ein Akronym und beschreibt die Eckpunkte der logistischen Aufgabenstellung:

  1. Den richtigen Artikel
  2. zum richtigen Zeitpunkt
  3. in der richtigen Qualität / Spezifikation
  4. am richtigen Ort
  5. in der richtigen Menge
  6. zu den richtigen Gesamtkosten
  7. in der richtigen Verpackung
  8. für den richtigen Kunden
  9. mit der richtigen Information
  10. ……. bereitzustellen

Ursprünglich wurde die logistische Aufgabenstellung mit den o.a. ersten 4R umrissen. Diese Sichtweise wurde jedoch über die Jahre hinweg weiterentwickelt, so dass bereits jetzt in der Literatur 9R zu finden sind. Es wird sicherlich in der Zukunft noch Spielraum für weitere „R“ bieten, je nach konkreter Zielsetzung und Aufgabenstellung der Logistik.

Nutzen von 7R+ für die Instandhaltung

Für die Ersatzteilbewirtschaftung in der Instandhaltung ergibt sich daraus eine interessante Checkliste anhand derer die Ausgestaltung der Ersatzteilbewirtschaftung systematisch abgeprüft werden kann. Beispielhaft wird dies am „Richtigen Artikel“ dargestellt:

Hierbei wird im ersten Schritt geprüft, ob alle Ersatzteile für die betrachtete Anlage bekannt sind. Dies erfolgt je nach Datenlage entweder durch Sichtung der vorliegenden Ersatzteillisten oder durch Analyse der den technischen Plätzen hinterlegten Ersatzteilen oder ggf. durch Analyse der Ersatzteilstammdaten im Lagerverwaltungs- oder IPS-System. Nicht unüblich ist es, dass bereits bei diesem Schritt einige Lücken in der Dokumentation identifiziert werden.

Im 2. Schritt ist dann zu prüfen, ob die identifizierten Ersatzteile überhaupt noch am Markt verfügbar sind oder bereits abgekündigt wurden. Hieraus ergeben sich Schnittstellen zum Obsoleszenzmanagement.

Sinnvollerweise werden vor dem Abprüfen der 7R+ alle benötigten Ersatzteilinformationen (z.B. Artikelnummer, Artikelname, Lagerbestand, Preis, Spezifikation,…..) zusammengestellt, um in den einzelnen Prüfschritten fehlende Informationen einfacher zu identifizieren und Lücken schneller zu schließen. Somit stehen nach dem Abprüfen der 7R+ alle Informationen zur Verfügung, um die Ersatzteilbewirtschaftung optimal auszugestalten.

Bei der Prüfung der restlichen 7R+ spielen für die Instandhaltung dabei die folgenden Fragen eine besondere Rolle:

  • Wie schnell müssen bestimmte Ersatzteile verfügbar sein?
  • Wie kann der Ersatzteilbestand reduziert werden, ohne das Risiko eines verlängerten Anlagenstillstands aufgrund fehlender Ersatzteile zu erhöhen?
  • Worauf ist bei der Lagerung von Ersatzteilen mit besonders geringen Umschlagshäufigkeiten zu achten, damit diese bei Bedarf auch funktionsfähig sind?
  • Sind die Spezifikationen für die Ersatzteile präzise genug, so dass der Einkauf darauf basierend auch die richtigen Artikel bestellen kann?
  • Ist die Ersatzteildokumentation z.B. mit den benötigten Prüfzeugnissen vollständig und aktuell?
  • Sind die notwendigen Prozesse zur Umsetzung zweckmäßig ausgestaltet?

Durch eine systematische Prüfung der 7R+ werden somit alle relevanten Aspekte der Ersatzteilbewirtschaftung berücksichtigt. Ein Stärken-Schwächen-Profil sollte somit das Ergebnis sein, dass dabei hilft, die Ersatzteilbewirtschaftung optimal aufzustellen.

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